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Voilá, da bin ich!

Der Brief einer Unbekannten, den der Schriftsteller Guy de Maupassant (1850 – 1893) an einem Morgen im März 1884 erhält, könnte der Beginn einer Liebesgeschichte im Paris des Fin-de-siècle oder Stoff für einen Roman sein, der in den eleganten Seebädern Etretat oder Cannes spielt. Doch die wenigen Zeilen aus der Feder der Aristokratin Marie Bashkirtseff (1858 – 1884) werden zum Auftakt eines Spiels, das einer Schachpartie zwischen ungleichen Kontrahenten ähnelt. Während der 33jährige Parvenü, dem die Frauen reihenweise zu Füßen liegen, Maries Wunsch nach Anonymität zunächst für Koketterie hält, denkt die 25jährige, ehrgeizige Malerin nicht daran ihr Geheimnis zu lüften. Sie sucht kein Liebesabenteuer, sondern die intellektuelle Herausforderung und die Wertschätzung eines bedeutenden Schriftstellers – die Nähe zu Größe und Ruhm. Während Marie in der Korrespondenz die Möglichkeit der Profilierung und der Selbstdarstellung sieht, macht der gefeierte Autor kein Hehl daraus, dass er sich und der Welt nichts mehr zu beweisen hat. Maries unbedingter Wunsch Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und die Angst der Schwindsüchtigen, nach dem Tod in der Bedeutungslosigkeit zu versinken, stehen im Kontrast zur gelangweilten Resignation des erfolgsverwöhnten Junggesellen.
Die szenische Lesung „Voilà, da bin ich!“ spürt die Annäherungen, die Missverständnisse und die leise Intimität auf, die zwischen Marie und Guy im Verlaufe des Briefwechsels entstehen. Ergänzt durch Maries Tagebucheintragungen, vervollständigt sich das Puzzle ihres komplexen Wesens. Hinter ihrem Esprit, ihrer Ironie und ihrer scharfen Beobachtungsgabe offenbart sich ihre Verletzlichkeit. Hinter der stolzen Fassade, hinter Sarkasmus und Spott verbirgt sich ein zartes Pflänzchen, das ebenso wie Maupassant, der sich hinter dem hilflosen Zynismus eines verhinderten Romantikers verschanzt, zur "Familie der Mimosen" gehört.
Die 25jährige Birte Schnöink als vorlaute, verwöhnte und unbekümmerte Göre, als profilierungssüchtige Intellektuelle, als ausgekochte Kindfrau und empfindsame Seele. Markus Fennert als abgeklärter, vom Leben enttäuschter Misanthrop, der sich hinter zotigem Zynismus und polterndem Humor versteckt und Mirca Preißler als Dienstmädchen Rosalie. Während die Mezzo-Sopranistin Solange Michel im Hintergrund Maries Lieblingsarie „Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühen“ aus der Oper „Mignon“ von Ambroise Thomas (1811 – 1896) trällert, wird der Briefwechsel zu einem intimen Kammer-Hörspiel.

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  • Voilà da bin ich!
  • Audio-CD ca. 60.min. 15 Tracks
  • CD-Didipack + 12seitiges Booklet
  • Preis 14,95 €(D)
  • ISBN 978-3-9810808-6-5
  • Kaleidophon-Verlag, Berlin 2010
 

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