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Claude Carloman de Rulhière gehörte beim Staatsstreich Katharinas im Sommer 1762 der französischen Botschaft an und beschrieb die Erscheinung der Zarin wie folgt:

„Sie ist von edler und angenehmer Gestalt; ihr Gang ist majestätisch, ihr Wesen und ihre Haltung sind voll Anmut. Sie macht ganz den Eindruck eines Souveräns. All ihre Züge weisen auf einen überlegenen Charakter hin […]. Unter ihrer hohen, edlen Stirn liegt eine kühn geschwungene Nase […]. Sie hat sehr schönes kastanienfarbenes Haar, ihre Brauen sind braun wie auch ihre sehr schönen Augen (tatsächlich waren sie blau), die in einem bestimmten Licht bläulich schimmern; ihr Teint ist strahlend. Das vorherrschende Merkmal ihrer Physiognomie ist Selbstsicherheit. Den Grund ihrer Freundlichkeit und der Güte ihres Ausdrucks erkennt ein scharfer Beobachter aber eher in ihrem ausgeprägten Wunsch zu gefallen. […]“

George Macartney war im Jahre 1766 britischer Gesandter in St. Petersburger und zeigte sich von Katharina II. tief beeindruckt:

„Nie im Leben habe ich einen Menschen gesehen, dessen Haltung, Auftreten und Gebaren so sehr dem Idealbild glich, das ich mir von ihr gemacht hatte. Obwohl sie im siebenunddreißigsten Lebensjahr steht, kann man sie noch schön nennen. Menschen, die sie in jüngeren Jahren erlebt haben, sagen, sie könnten sich nicht erinnern, sie je so voll Liebreiz gesehen zu haben wie gegenwärtig. […] Es ist kaum vorstellbar, wie geschickt sie ihr ungezwungenes Auftreten mit der Würde ihrer Stellung paart, wie mühelos sie mit den niedrigsten ihrer Untertanen vertraut redet, ohne auch nur das geringste von ihrer Autorität einzubüßen, und mit welch erstaunlichem Zauber sie es fertigbringt, sich zugleich Respekt und Zuneigung zu verschaffen. Ihre Unterhaltung ist brillant, denn sie glänzt gern im Gespräch […]“

Sir James Harris, der seit 1777 als britischer Diplomat am russischen Zarenhof lebte, beschrieb Katharina II. so:

„ […] von männlicher Geisteskraft, beharrlich, wenn es darum geht, einen einmal gefaßten Plan zu verfolgen, voll Unerschrockenheit, wenn es heißt, ihn auszuführen; doch gehen ihr die männlichen Tugenden der reiflichen Überlegung, der Nachsicht bei gedeihlichem Verlauf und die Schärfe des Urteils ab. Wohl aber besitzt sie in einem hohen Maße die Schwächen, die ihrem Geschlecht gemeinhin zugesprochen werden – die Aufgeschlossenheit für Schmeichelei und deren unzertrennlichen Begleiter, die Eitelkeit; Mißachtung unangenehmer, aber heilsamer Ratschläge und einen Hang zur Sinnenlust, der sie zu Exzessen veranlaßt, die eine Frau in jeder anderen Lebenssphäre verächtlich erschienen ließen.“

 

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